Shiatsu: Ursprung und Bedeutung

Noch vor der ersten Jahrtausendwende während der Nara Zeit kamen verschiedene Techniken der chinesischen Medizin wie Tui Na nach Japan. Daraus entwickelte sich Anma, welches 1320 als eigenständiges System von Akashi Kan Ichi begründet wurde. Im 17. Jahrhundert wurde Anma durch den Akupunkteur Sugiyama Waichi populär. Im 19. Jahrhundert verlor Anma zunehmend an Bedeutung durch Assoziation mit Ukiyo und dem Aufkommen der westlichen Medizin. Anma wurde in die Badehäuser verbannt und blieb ein Tätigkeitsfeld für blinde Personen.

Daraufhin erfand Tenpeki Tamai 1919 den Begriff Shiatsu, was wörtlich übersetzt Fingerdruck bedeutet. Er schaffte eine Verbindung zwischen der althergebrachten Tradition und neuem Verständnis. 1940 gründete Tokujiro Namikoshi die erste Shiatsuschule, das heutige Japan Shiatsu College. 1964 wurde Shiatsu als eigenständige Therapiemethode in Japan staatlich anerkannt. Sein Schüler Shizuto Masunaga entwickelte das sogenannte Zen Shiatsu, welches sich im Westen am meisten verbreitete und heute in vielen Shiatsu Ausbildungen als Grundlage dient.

Aus dem «ursprünglichen» Shiatsu entwickeln sich bis heute immer wieder neu Shiatsu Stile und Techniken. Sie haben Einfluss auf andere Therapieformen und werden von denen beeinflusst. Was alle Shiatsu Stile gemeinsam haben ist die Orientierung am Qi.

Pflegekraft gibt einem Patienten eine Herz-Lungen-Wiederbelebung auf einem Bett.